Von der Schwammstadt in die Moorlandschaft
Ein blau-grüner Korridor entsteht
Aus einem verbauten Stadtgewässer wird wieder ein lebendiger Fluss.
Das Vorhaben
Ein Gewässer,das Raum zurückbekommt
Mit rund 16 Kilometern ist die Kleine Wümme das längste Fließgewässer innerhalb Bremens. Sie reicht mit ihren Nebengewässern und Uferzonen vom Siedlungsbereich bis in die freie Landschaft. Wo sie heute eingeengt ist, soll sie wieder Platz bekommen: für Wasser, für Pflanzen und für die Tiere, die hier leben. Das sind die Ziele des Vorhabens.
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Lebensräume im Gewässerbett schaffen
Kiesbänke und Totholz werden im Gewässerbett die Strömung lenken und Laichplatz, Unterschlupf und Nahrung für Fische und Lurche ebenso wie für Insekten, etwa Libellen und Köcherfliegen, sein.
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Ufer neu gestalten
Die Uferzonen werden umgebaut und versiegelter Boden aufgebrochen. So kann Regenwasser dort wieder versickern, wo es heute abfließt. Die Ufer können sich wieder in artenreicher Vielfalt entwickeln.
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Bäumen bessere Bedingungen geben
In der Vahr bekommen mehr als einhundertachtzig Bäume statt Beton und Pflaster wasserdurchlässige Erde – Wurzelraum, der in der Stadt selten geworden ist.
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Verrohrtes wieder ans Tageslicht holen
Das Mittelkampsfleet, ein Nebengewässer der Kleinen Wümme, wird aus den Rohren befreit – hier wird die Renaturierung besonders sichtbar. Weitere Nebengewässer werden wieder angeschlossen und zu Zufluchtsorten für Pflanzen und Tiere entwickelt.
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Angrenzende Lebensräume stärken
Ufergehölze, Stillgewässer und Niedermoore entlang des Laufs werden so entwickelt, dass sie mehr Treibhausgase binden. Zugleich sind sie Rückzugsraum für Lurche, Kriechtiere und Insekten.
Hintergrundzum Vorhaben
Bedeutung des Gebiets
Der Lauf führt aus dem städtischen Bereich in großflächige Niedermoorstandorte und ist für das Wassermanagement der umliegenden Grünland-Graben-Areale maßgeblich. Für die dort lebenden, europaweit geschützten Arten trägt Bremen überregionale Verantwortung.
Begradigungen, Stauhaltung und Verrohrungen haben die Kleine Wümme stark beeinträchtigt. Zuletzt hat auch der Klimawandel dem Gewässer stark zugesetzt – mit Hitze, niedrigen Wasserständen ebenso wie mit Starkregen und hohem Abfluss.
Wasser halten, Wasser ableiten
Der Klimawandel bringt Hitze, Starkregen, Überflutungen und Trockenheit mit sich, besonders in Städten und ihrem Umland. Natürliche Systeme wie Stadtbäume sind dabei sowohl betroffen als auch Teil der Lösung, da sie Kohlenstoff binden und Klimafolgen mindern.
Das Konzept der Schwammstadt nutzt diese natürlichen Potenziale, indem es Wasser wie ein Schwamm aufnimmt, speichert und verzögert wieder abgibt. Blau-grüne Infrastrukturen, also Kombinationen aus Wasserflächen (blau) und Grünflächen wie Parks oder bepflanzten Dächern (grün), helfen dabei, Regenwasser zu speichern und die Stadt abzukühlen. So bewältigen sie Starkregen und Trockenheit gleichzeitig, reduzieren den Hitzeinseleffekt und verbessern die Lebensqualität, Gesundheit und das Wohlbefinden in der Stadt.
Das Vorhaben folgt diesem Leitbild: Böden und Gewässer nehmen Regen auf und speichern ihn, statt ihn nur schnell abzuführen. Bei Starkregen puffert die Landschaft ab, in Trockenzeiten gibt sie das Wasser nach und nach wieder frei. Strukturen im Gewässerbett verlangsamen den Abfluss, entsiegelte Flächen nehmen Regen dort auf, wo er heute in die Kanalisation läuft. Davon profitieren die Bäume der Stadt – und über die Verdunstung das Stadtklima.
Hochwasser muss abfließen können, wenn die Speicherräume in der Landschaft voll sind. Die Extreme von zu viel oder zu wenig Wasser müssen verstärkt bewältigt werden.
Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz ist ein Bundesförderprogramm und hat ein Gesamtvolumen von über 4,5 Mrd. Euro bis 2028. Es ist somit das größte Förderprogramm für die Natur, das es in Deutschland jemals gegeben hat. Es dient dem Erreichen der Klimaziele in den Bereichen Landwirtschaft sowie Landnutzung, weil intakte Moore, Böden, Gewässer und Wälder Treibhausgase binden. Es dient darüber hinaus der Wiederherstellung der Natur und stärkt die Artenvielfalt und es dient der Vorsorge gegen die Folgen der Klimakrise, weil intakte Ökosysteme widerstandsfähiger gegen extreme Wetterereignisse sind.
Es umfasst 10 Handlungsfelder mit 69 Einzelmaßnahmen. Der Bund fördert Maßnahmen in Kommunen und Ländern.
Weitere Informationen: Natürlicher Klimaschutz bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft.
Quelle: Deutscher Bundestag, Drucksache 20/14926 vom 07.02.2025, Bilanz des BMUV, S. 2.
„Wir haben viel vor: wir werden Ufer neu gestalten, versiegelten Boden aufbrechen und für Bäume in Gewässernähe richtig gute Bedingungen schaffen. Die Kleine Wümme wird wieder Zuhause sein für Tiere und Pflanzen.“
Das Projektgebiet
Von Osterholzbis Dammsiel
Das Projektgebiet folgt dem Lauf der Kleinen Wümme quer durch Bremen: Aus dem Stadtteil Osterholz kommend fließt sie versteckt an der Autobahn entlang, durch den Rhododendronpark, am Recyclinghof Horn vorbei und parallel zur Achterstraße weiter durch den Stadtwald, bevor sie über den Gerkenstau fließt und sich weiter in die freie Landschaft bis Dammsiel erstreckt.
Stationen auf der Karte, von Südosten nach Nordwesten Osterholzer Friedhof · Rhododendronpark · Stau Achterstraße · Stadtwaldsee · Gerkenstau · Dammsiel
Fünf Pakete entlang des Laufs
Ein blau-grüner Korridor von der Stadt in die freie Landschaft – die Arbeiten dorthin sind in fünf Pakete gegliedert.
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01
Strukturvielfalt erhöhen
Im Gewässer und an den Ufern.
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02
Biologische Durchgängigkeit
Passierbarkeit der Stauanlagen für Fische.
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03
Entsiegelung von Baumscheiben
Vergrößerung der Baumscheiben von 1 m² auf mindestens 6 m² für bessere Bodenqualität.
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04
Wassermanagement
Entkoppelung des Blocklandes vom Maschinenfleet.
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05
Aufenthaltsqualität und Naturerleben
Streuobstwiesen und Feuchtbiotope im öffentlichen Raum und Naturerlebnispfade.
Beteiligte und Förderung
Wer das Vorhabenauf den Weg bringt
Umgesetzt wird das Vorhaben gemeinsam mit Partnern, die das Gewässer und seine Umgebung seit Langem betreuen. Finanziert wird es zum größten Teil aus Bundesmitteln.
Verantwortlich Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Freie Hansestadt Bremen
In Zusammenarbeit mit
- Deichverband am rechten Weserufer
- Hanseatische Naturentwicklung GmbH
- Stiftung Rhododendronpark
- Umweltbetrieb Bremen
Finanzierung
- Gesamtvolumen
- 6,4 Mio. €
- Förderung des Bundes
- 5,7 Mio. €
- Laufzeit
- 2025–2030
Im Land Bremen koordiniert die Naturschutzbehörde die Anträge aus dem Aktionsprogramm. 2024 flossen darüber rund 16 Millionen Euro Fördermittel nach Bremen, verteilt auf über 30 bewilligte Projektanträge. Zum Programm informiert das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz.
Kontakt
Fragen zum Vorhabenan der Kleinen Wümme
Für Auskünfte zum Projekt und für Presseanfragen stehen Ihnen diese Wege offen.
Die Meilensteine
Wie es an derKleinen Wümme weitergeht
Ein Vorhaben dieser Größe entsteht in Etappen. Was auf dem Weg dorthin geplant ist – und was davon später vor Ort zu sehen sein wird.
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Vergabe der Leistungen
Die Arbeiten werden ausgeschrieben und an Dritte vergeben – Bauleistungen ebenso wie Planung und fachliche Begleitung.
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Öffentliche Foren zur Planung
Anwohnerinnen und Anwohner werden in öffentlichen Foren in die Planung und die Umsetzung der Maßnahmen eingebunden.
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Naturerleben vor Ort
Ein Naturlehrpfad soll die Maßnahmen an der Kleinen Wümme sicht- und erlebbar machen. Dazu kommen öffentlich zugängliche Streuobstwiesen, artenreiche Feuchtgebiete und der Schutz alter Bäume.
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Diese Seite wächst mit
Sobald die Arbeiten beginnen, kommen hier der Stand der Maßnahmen und Hinweise zu den Baustellen entlang des Gewässers dazu.